Heizungswasser richtig nachfüllen & Heizkörper entlüften

Heizungswasser richtig nachfüllen & Heizkörper entlüften – Schritt-für-Schritt-Anleitung für Einfamilienhäuser

Eine effizient arbeitende Heizung ist entscheidend für Komfort, Energieeinsparung und die Lebensdauer der gesamten Anlage. Viele Störungen und Effizienzverluste entstehen durch etwas sehr Einfaches: zu wenig Druck im System oder Luft in den Heizkörpern. Die gute Nachricht: Beides kannst du selbst beheben.

In diesem ausführlichen Leitfaden erfährst du, wie du fachgerecht Heizungswasser nachfüllst, worauf du achten musst und wie du deine Heizkörper korrekt entlüftest – ohne Handwerker, aber mit professionellem Hintergrundwissen.

Warum ist der Systemdruck so wichtig?

Deine Heizungsanlage arbeitet mit einem geschlossenen Wasserkreislauf. Der Druck sorgt dafür, dass das Heizungswasser zuverlässig durch alle Leitungen und Heizkörper gepumpt wird. Ist der Druck zu niedrig, kann die Pumpe das Wasser nicht mehr gleichmäßig verteilen.

Typische Folgen:

  • Heizkörper werden oben warm, unten kalt
  • Gluckernde Geräusche im System
  • Der Wärmeerzeuger schaltet sich ab
  • Erhöhter Energieverbrauch

Ein Blick auf das Manometer zeigt dir den aktuellen Systemdruck. Besonders nach dem Entlüften oder bei älteren Ausdehnungsgefäßen sinkt dieser oft schneller als erwartet.

Orientierungswerte für Einfamilienhäuser

  • Heizkessel im Keller: ca. 1,5 bar (ideal 1,5–1,7 bar)
  • Heizkessel im Dachgeschoss: ca. 1,0 bar

Je tiefer der Wärmeerzeuger im Gebäude installiert ist, desto höher muss der Systemdruck sein, um den Höhenunterschied auszugleichen.

Die drei gängigen Methoden, um Heizungswasser nachzufüllen

1. Fachgerechte Methode: Nachfüllen mit Systemtrenner BA (empfohlen & vorgeschrieben)

Seit 2012 ist das Nachfüllen von Heizungsanlagen nur noch mit einem Systemtrenner BA zulässig. Er schützt das Trinkwassernetz vor Verunreinigungen durch Heizungswasser.

Vorgehensweise:

  1. Frischwasserhahn öffnen
  2. Systemtrenner BA zwischen Wasserleitung und Heizungsanlage anschließen
  3. Verbindungsschlauch prüfen
  4. Langsam Wasser einfüllen
  5. Systemdruck am Manometer beobachten
  6. Bei Erreichen des Zielwerts Wasserzufuhr schließen

Der Systemtrenner verhindert zuverlässig, dass Heizungswasser in das Trinkwassernetz zurückgesaugt wird.

2. Schnelle, aber nicht zulässige Methode: Nachfüllen ohne Systemtrenner

Diese Methode ist technisch möglich, entspricht jedoch nicht den aktuellen Vorschriften. Bei Unterdruck kann Heizungswasser in die Trinkwasserleitung gelangen. Langfristig sollte diese Variante ersetzt werden.

3. Nachfüllen mit Enthärtungs- oder Entsalzungspatrone

Moderne Heizsysteme wie Wärmepumpen oder Brennwertgeräte reagieren empfindlich auf die Wasserqualität. In Regionen mit hoher Wasserhärte empfiehlt sich der Einsatz einer Enthärtungs- oder Entsalzungspatrone.

  • Schutz des Wärmetauschers
  • Längere Lebensdauer von Pumpen und Ventilen
  • Saubere und effiziente Hydraulik

Heizkörper richtig entlüften – Schritt für Schritt

Luft im Heizkörper verhindert eine gleichmäßige Wärmeverteilung und erhöht den Energieverbrauch.

Benötigte Hilfsmittel:

  • Entlüftungsschlüssel
  • Kleines Gefäß
  • Lappen

Anleitung:

  1. Heizung einschalten und kurz warm werden lassen
  2. Entlüftungsventil vorsichtig öffnen
  3. Luft entweichen lassen (Zischgeräusch)
  4. Sobald Wasser austritt, Ventil schließen
  5. Systemdruck prüfen und ggf. Heizungswasser nachfüllen

Fazit: Wartung einfach selbst gemacht

Das Nachfüllen des Heizungswassers und das Entlüften der Heizkörper gehören zu den wichtigsten Grundmaßnahmen für einen effizienten Heizbetrieb. Mit der richtigen Vorgehensweise sparst du Energie, senkst Kosten und verlängerst die Lebensdauer deiner Anlage.

Besonders die Nutzung eines Systemtrenners BA und die passende Wasserqualität sorgen langfristig für einen sicheren und zuverlässigen Betrieb deiner Heizung.

Über Lukas Münzner

Über Lukas Münzner
Lukas Münzner ist Fachingenieur für TGA und Gebäudeenergieberater (HWK) mit Spezialisierung auf die Optimierung von Heizungsanlagen für maximale Energieeffizienz. Er arbeitet nach den höchsten Standards, einschließlich DIN EN 12831 und Verfahren B.

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