6 Arten der Fassadendämmung, die du unbedingt kennen musst

Die Fassade ist die größte Fläche deiner Gebäudehülle und einer der Hauptverursacher von Wärmeverlusten. Wenn du Energie und Heizkosten sparen willst, ist die richtige Fassadendämmung daher entscheidend.

Doch welche Dämmung passt wirklich zu deinem Haus? In diesem Beitrag stelle ich dir sechs wichtige Arten der Fassadendämmung vor – inklusive Vorteile, Einsatzgebiete und praxisnaher Tipps.

Ich bin Lukas, dein Energieberater aus dem sonnigen Stuttgart, der Hauptstadt von Baden-Württemberg.

1. Wärmedämmverbundsystem (WDVS) mit EPS oder XPS

Das Wärmedämmverbundsystem (WDVS) ist die am häufigsten eingesetzte Fassadendämmung in Deutschland. Es besteht meist aus EPS (expandiertes Polystyrol) oder XPS (extrudiertes Polystyrol).

Warum ist WDVS so beliebt?

  • Sehr gute Dämmwerte (λ ≈ 0,035 W/(m·K))
  • Günstige Materialkosten
  • Schnelle und bewährte Montage

EPS-Platten werden geklebt und gedübelt, XPS ist druckfester und feuchtigkeitsresistent und eignet sich besonders für Kelleraußenwände.

Einsatzbereich: Neubau und Altbausanierung, vor allem bei Einfamilienhäusern.

Brandschutz: EPS gehört zur Klasse B1 (schwer entflammbar). Ab Gebäudeklasse 3–5 sind Brandriegel (z. B. aus Steinwolle) vorgeschrieben.

2. Einblasdämmung (Kerndämmung)

Die Einblasdämmung – auch Kerndämmung genannt – ist ein echter Geheimtipp. Sie ist sehr effizient, kostengünstig und schnell umgesetzt, funktioniert jedoch nur bei zweischaligem Mauerwerk.

Typischer Aufbau: Außenwand – Luftschicht – Innenwand. Diese Bauweise findet man häufig bei älteren Gebäuden.

Nach Prüfung mit Bohrung und Endoskopkamera wird das Dämmmaterial in den Hohlraum eingeblasen.

Mögliche Dämmstoffe:

  • EPS-Perlen
  • Perlite
  • Blähglasgranulat
  • Glaswolle

Kosten: Häufig nur 4.000–6.000 € – ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Fazit: Wenn die Bausubstanz passt, gehört die Einblasdämmung zu den wirtschaftlichsten Lösungen überhaupt.

3. Hinterlüftete Vorhangfassade (VHF)

Die hinterlüftete Vorhangfassade ist technisch anspruchsvoll und optisch besonders hochwertig. Zwischen Dämmung und Außenbekleidung befindet sich eine dauerhaft hinterlüftete Ebene.

Geeignete Dämmstoffe:

  • Mineralwolle
  • Holzfaserplatten
  • Hanf oder Kork

Gestalterisch sind nahezu alle Materialien möglich: Holz, Metall, Schiefer, HPL-Platten.

Kosten: ca. 200–300 €/m² – deutlich teurer als WDVS, dafür langlebig und hochwertig.

4. Innendämmung – die letzte Option

Die Innendämmung ist meist eine Notlösung, etwa bei denkmalgeschützten Fassaden oder Fachwerkhäusern.

Typische Risiken:

  • Wärmebrücken
  • Taupunktverschiebung
  • Schimmelbildung
  • Raumverlust

Empfohlen sind diffusionsoffene, kapillaraktive Materialien wie Calciumsilikatplatten. Sie regulieren Feuchtigkeit und wirken schimmelhemmend.

Empfehlung: Nur einsetzen, wenn Außendämmung ausgeschlossen ist und idealerweise mit fachlicher Planung.

5. PU-Schaum-Dämmung

Die PU-Schaum-Dämmung (Polyurethan) bietet extrem gute Dämmwerte (λ ≈ 0,020–0,028 W/(m·K)).

Sie eignet

Über Lukas Münzner

Über Lukas Münzner
Lukas Münzner ist Fachingenieur für TGA und Gebäudeenergieberater (HWK) mit Spezialisierung auf die Optimierung von Heizungsanlagen für maximale Energieeffizienz. Er arbeitet nach den höchsten Standards, einschließlich DIN EN 12831 und Verfahren B.

Expertenwissen
Mit einem erfahrenen Team und einem starken regionalen Netzwerk bietet er maßgeschneiderte Beratung und Lösungen. Als Mitglied im GIH-Verband und eingetragen in die EEE-Liste der dena garantiert er höchste Qualität und Fachkompetenz.

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