Wenn deine Heizung Wasser verliert, ist das mehr als nur ärgerlich. Es kann auf größere Probleme im System hinweisen. Druckabfall, häufiges Nachfüllen oder gluckernde Heizkörper sind klare Warnsignale.
In diesem Beitrag erfährst du die fünf häufigsten Ursachen für Wasserverlust in Heizungsanlagen und was du konkret dagegen tun kannst.
1. Ständiges Entlüften der Heizkörper
Viele denken: „Wenn’s gluckert, muss ich entlüften!“ – und das stimmt grundsätzlich. Zu häufiges Entlüften kann jedoch selbst zum Problem werden.
Bei jedem Entlüftungsvorgang kann Luft ins System gelangen, insbesondere dann, wenn beim Nachfüllen unsauber gearbeitet wurde. Ein klassischer Fehler ist ein Befüllschlauch, der nicht mit Wasser, sondern mit Luft gefüllt ist.
Beim Öffnen der Ventile wird diese Luft direkt in die Heizungsanlage gedrückt. Auch Mehrfamilienhäuser sind betroffen: Wenn andere Bewohner häufig entlüften, sinkt der Systemdruck unbemerkt.
Tipp:
Entlüfte Heizkörper nur bei tatsächlicher Luft im System
und stelle sicher, dass der Befüllschlauch vollständig mit Wasser gefüllt ist.
2. Das Sicherheitsventil
Das Sicherheitsventil schützt deine Heizungsanlage, indem es bei zu hohem Druck Wasser ablässt. Das kann bei Überhitzung oder einem defekten Membran-Ausdehnungsgefäß passieren.
Problematisch wird es, wenn das Ventil leicht undicht ist. Bei fachgerechter Installation führt die Ablassleitung in den Abfluss, sodass tropfendes Wasser oft unbemerkt verschwindet.
Tipp:
Kontrolliere regelmäßig, ob das Sicherheitsventil trocken ist.
Feuchte Stellen oder Kalkspuren deuten auf Undichtigkeiten hin.
3. Das Membran-Ausdehnungsgefäß (MAG)
Das MAG wirkt wie ein Stoßdämpfer für deine Heizungsanlage. Es gleicht Druckschwankungen aus, die durch Erwärmung und Abkühlung des Heizungswassers entstehen.
Im Inneren trennt eine Membran den Wasserbereich vom Luftpolster (Vordruck). Mit der Zeit kann diese Membran verschleißen oder reißen. Dann gelangt Wasser auf die Luftseite und der Systemdruck fällt ab.
Das Tückische: Das Wasser sammelt sich im MAG selbst, sodass lange keine sichtbare Leckage erkennbar ist.
Tipp:
Musst du regelmäßig Wasser nachfüllen, ohne eine Undichtigkeit zu finden,
lasse den Vordruck des MAG von einem Fachbetrieb prüfen.
4. Rohrleckagen und undichte Ventile
Heizungsanlagen stehen dauerhaft unter Druck. Temperaturwechsel führen dazu, dass sich Materialien ausdehnen und zusammenziehen. Langfristig kann das zu Materialermüdung führen.
Besonders betroffen sind Ventile, Lötstellen, Rohrverbindungen sowie Verteiler von Fußbodenheizungen. Undichtigkeiten liegen dort häufig verdeckt im Estrich oder hinter Wänden.
Auch Lochfraß in Rohrbögen oder Haarrisse in alten Schweißnähten kommen vor. Die Folge ist langsam austretendes Wasser, das Feuchtigkeitsschäden verursachen kann.
Tipp:
Achte auf feuchte Stellen, dunkle Flecken oder muffigen Geruch.
Eine Druckprüfung oder Leckortung schafft Klarheit.
5. Undichte Wärmetauscher
Der Wärmetauscher ist das Herzstück moderner Heizungen. Er überträgt die Wärme vom Brenner auf das Heizungswasser.
Durch ständige Temperaturwechsel und Kondensatbildung können mit der Zeit Korrosionsschäden oder Haarrisse entstehen. Der Wasserverlust bleibt oft lange unbemerkt, ist aber kontinuierlich.
Ein defekter Wärmetauscher kann Folgeschäden an Elektronik oder Brennerkomponenten verursachen.
Tipp:
Entdeckst du Wasser im Kessel oder feuchte Stellen im Brennraum,
sollte ein Heizungsmonteur den Wärmetauscher prüfen.
Fazit: Wasserverlust ist kein Zufall
Verliert deine Heizung regelmäßig Wasser, liegt immer eine Ursache vor. Luft im System, ein defektes MAG, ein undichtes Ventil oder Schäden am Wärmetauscher sind typische Auslöser.
Ständiges Nachfüllen löst das Problem nicht. Wichtig ist, die Ursache gezielt zu finden und zu beheben.
Eine jährliche Heizungswartung, bei der Druck, MAG, Sicherheitsventil und Dichtigkeit geprüft werden, spart langfristig Energie, Kosten und Ärger.